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Sinn
und Zweck der "Empfehlungen elektronischer Kommunikation"
Elektronische
Kommunikation insbesondere per e-Mail ist heutzutage
fast schon so selbstverständlich wie das Telephon,
obwohl die dahinterstehende Technik erheblich komplexer
ist und nur noch von Fachleuten verstanden wird.
Die Entwicklung zeigt, daß diese arglose Unwissenheit
zunehmend ausgenutzt wird, sowohl von einigen Herstellern
der Software selbst, als auch von Dritten. Während
bei der Telephonie bekannt ist, daß in bestimmten
Fällen Vater Staat mithört, ist kaum bekannt,
wie wenig das Internet die Privatsphäre schützt
und wie dreist bisweilen Firmen der Privatwirtschaft
dies ausnutzen.
Weiterhin ist es erstaunlich, in welch blindwütig
eifernder Weise bisweilen dem derzeitigen rasanten technischen
Fortschritt gehuldigt wird, ohne die dadurch immer wieder
entstehenden undemokratischen Auswirkungen zu berücksichtigen.
Die "Empfehlungen elektronischer Kommunikation"
sollen in Kurzform die Problematiken etwas ins Bewußtsein
rücken, ohne dabei in unverständliche technische
Details abzugleiten.
Medieninitiative Mainz/Wiesbaden Radio Quer e.V.
Empfehlungen elektronischer Kommunikation
Als Medieninitiative befürwortet Radio Quer
die Nutzung moderner Kommunikationsmedien. Dies darf
jedoch nicht naiv-unkritisch geschehen.
- Elektronische Kommunikation bei Radio Quer
geschieht ausschließlich unter Verwendung von Dateiformaten,
die von möglichst vielen unterschiedlichen Rechnertypen
und Softwareproduzenten verarbeitbar sind. Abgelehnt
werden insbesondere solche Dateiformate, deren Fortentwicklung
nur von einem einzigen Hersteller betrieben werden
(dürfen). Kritisch zu hinterfragen sind ferner
solche Dateiformate, deren Inhalt nicht mit einem
simplen Texteditor lesbar ist und zu deren Aufbau
keinerlei Dokumentationen öffentlich verfügbar sind.
- Ältere und bewährte Dateiformate sind aufgrund ihrer
weiteren Verbreitung neueren vorzuziehen. Die Verantwortung
für die Lesbarkeit von Dateien liegt beim Absender,
nicht beim Empfänger! Nötigung der Empfänger von
Dateien zum Erwerb und zur Installation von Software
durch die Absender wird abgelehnt, solange keine unumgängliche
Notwendigkeit zu einem solchen Vorgehen besteht.
- Entgegen den offiziellen Verlautbarungen gewährleisten
elektronische Netzwerke in etwa eine ähnlich private
Kommunikation wie Megaphone. Deshalb ist darauf zu
achten, was man über Netzwerke verschickt. Personenbezogene
Daten etwa sind schon aus rein rechtlichen Gründen
mit besonderer Sorgfalt zu behandeln. Was nicht
für fremde Augen bestimmt ist - beispielsweise für
automatisierte Auswertungen durch Marketingkonzerne
- gehört ausreichend verschlüsselt oder aber - besser
noch - auf Datenträger persönlich überbracht.
(Letzter Änderungsbeschluß: 14. April 2002)
Hintergrundinfos zu den Empfehlungen
elektronischer Kommunikation
(von einem unserer Techniker)
Im Sinne der "Empfehlungen elektronischer Kommunikation" sollte ein Verein wie
Radio Quer eigentlich mit dem Betriebssystem LINUX
auf seinen Rechnern arbeiten, denn nur dieses verbirgt
keinerlei Geheimnisse vor seinen Anwendern und ist außerdem
preiswert bis völlig kostenfrei für jeden verfügbar. Den
Realitäten entsprechend befassen sich die folgenden Ausführungen
jedoch speziell mit Windows:
NICHT LESBARES DATEIFORMAT Öffnet man eine beliebige Datei
nicht per Doppelklick linke Maustaste, sondern mit der
rechten Maustaste bei gleichzeitig gedrückter Shift-Taste
und Auswahl von "Öffnen mit" und darunter "Notepad" oder
"Editor", so erscheint auf dem Bildschirm nur in keiner
Weise verwertbarer Schrott. Außerdem sind (legal) keinerlei
Unterlagen verfügbar, aus denen hervorgeht, was die Maschine
mit diesen Daten genau macht. Ein allseits bekanntes Beispiel
hierfür sind die .doc-Dateien von Word.
Ein LESBARES DATEIFORMAT hingegen liegt vor, wenn im beschriebenen
Fall Inhalte auf dem Bildschirm erscheinen, die spätestens
nach Aneignung entsprechender Fachkenntnisse ein Mensch
verstehen kann. Mindestens jedoch sind (legale) Unterlagen
verfügbar, die die Bedeutung des Datenwustes zutreffend
sowie lückenlos vollständig beschreiben. Ein sehr gutes
Beispiel hierfür sind die .rtf-Files, die mit wenigen
zusätzlichen Mausklicken auch von Word geschrieben werden.
Grundsätzlich keinerlei Vertrauen in ihre Dateiformate
verdienen Firmen, die mit einem bemerkenswert rigorosen
Pochen auf angebliche Urheberrechte die Offenlegung ihrer
Verarbeitungen zu verhindern suchen, wie beispielsweise
Micro$oft. Merke: Solche Firmen nutzen gerne Bequemlichkeiten
der Anwender für sich aus! (siehe das eben genannte gute
Beispiel Word)
PRIVATE KOMMUNIKATION Kaum jemand macht sich Gedanken
darüber, wie dreist teilweise genau diese Sorglosigkeit
ausgenutzt wird und wofür sich selbst angeblich belanglose
Daten so alles profitbringend verwerten lassen. Oder wissen
Sie beispielsweise, daß manche Kreditkartenunternehmen
mehr Geld mit dem (keineswegs immer legalen) Verkauf von
Konsumprofilen ihrer Kunden verdienen, als mit dem eigentlichen
Kreditkartengeschäft? Inzwischen hat das derartige Ausmaße
angenommen, daß es einen jährlich verliehenen Preis gibt,
mit dem jene Personen und Firmen ausgezeichnet werden,
die sich besonders intensiv um die Schwächung der Privatsphäre
und den Abbau von Grundrechten verdient machen. Stets
höchst interessante und nicht selten auch schauerliche
Lektüre unter www.big-brother-award.de.
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