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Sinn
und Zweck der "inhaltlich redaktionellen Plattform"
In
der Satzung von Radio
Quer ist von einer "inhaltlichen Plattform"
die Rede. Gemeint ist damit ein Papier, in dem die bevorzugte
Ausrichtung der Sendeinhalte definiert wurden.
Eine solche Definition ist keineswegs ein Dogma, das
jeder widerspruchslos hinzunehmen und zu befolgen hat.
Sie soll allerdings sehr deutlich klarstellen, weshalb
und wozu es das Radio gibt und womit jemand rechnen
muß, der sich auf uns einläßt.
Medieninitiative Mainz/Wiesbaden Radio Quer e.V.
Inhaltlich-redaktionelle Ausrichtung
des Lokalradios (Stand: 26.04.´04)
Wir wollen:
- ein Forum für Gegenöffentlichkeit zu den
den herrschenden, von Kommerz dominierten Medien im Raum Mainz/Wiesbaden schaffen;
- eine Alternative auf politischer, musikalischer, kultureller,sowie interkultureller Ebene bilden und Außergewöhnliches, Unkonventionelles, Experimentelles, Unterrepräsentiertes und Lokales aufspüren und senden;
- eine Einflußnahme von Parteien auf das Radio
ausschließen;
- die Gefahren nationalistischer, auch eurozentrischer
Politik anhand der eigenen, deutschen Geschichte anmahnen,
gegen kollektive Verdrängungsmechanismen ankämpfen
und globale Interessen gegen nationalegoistische,
engstirnige Denkweisen stellen;
- faschistisches/rassistisches Gedankengut aufspüren,
davor warnen und entschieden mit Solidarität
gegenüber den von solcher Hetze Betroffenen auftreten,
positive Wertschätzung gegen Haß setzen;
- imperialistische und militaristische Ideen und Absichten
anprangern, wachsam auf solche Äußerungen
und Tendenzen in den Medien oder der Politik reagieren;
- die Spielregeln und die Logik, nach der unsere "wildwestliche"
Freiheit funktioniert, nämlich das marktwirtschaftliche
Prinzip, das den Zusatz "sozial" immer weniger verdient
(sondern ihn eher verhöhnt), anhand von Beispielen
durchschaubar machen;
- sexistische Sprüche im Radio ausschließen;
- das Selbstbestimmungsrecht all derjenigen Menschen
einklagen, denen das Leben durch Bevormundung, Benachteiligung
und Anpassungsdruck schwer gemacht wird (z.B. Schwule,
Lesben, Menschen anderer Kulturen, Hautfarbe, religiöser
oder politischer ldentität, unter Armut Leidende);
- für die tatsächliche Gleichstellung der
Geschlechter in allen Lebensbereichen eintreten sowie
patriarchale Strukturen aufzeigen;
- die Verflechtung von Staat und Kirche nicht widerspruchslos
hinnehmen und die sozialen und politischen Auswirkungen
klerikaler Dogmen (z.B, gegen Aids-Prävention,
Konservierung des Obrigkeitsstaates; gegen aufgeklärte,
selbstbestimmte Lebensführung) im Radio kritisch
hinterfragen;
- die Betroffenen selbst zu Wort kommen lassen, d.h.
Sprachrohr für diffamierte Minderheiten und totgeschwiegene
Meinungen sein - die Gruppen nehmen ihre Beiträge
selbst in die Hand (das technische "Know-how" kann
gelernt werden);
- den HörerInnen Mut machen und die Hoffnung
stärken, daß durch Solidarität und
gegenseitiges Zuhören vieles bewegt werden kann.
Durch Rückzug auf sich selbst und ständiges
Hinnehmen von "Sachzwängen" bleibt alles so wie
es ist oder wird noch frustrierender;
- dem allgemeinen Trend zur Anonymität, Vereinzelung
und Verschleierung gesellschaftlicher Zusammenhänge
entgegenwirken und Alternativen aufzeigen.
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